Status quo des Evidence-based Nursing: „Interesse, Wissen und Bereitschaft für den Wissenschaftstransfer der Pflegefachkräfte in drei deutschen Kliniken“ - Eine Querschnittsstudie im deskriptiven Design

Das Ziel dieser Studie ist es, Aufschluss darüber zu geben, welche personellen Bedingungen aktuell in Deutschland herrschen, um den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Pflegepraxis zu vollziehen. Der Hintergrund dieser Untersuchung ist, dass wissenschaftlich fundierte Pflege zum einen von der Gesetzgebung gefordert wird und sich zum anderen zu einem Qualitätsindikator für die Krankenhäuser entwickelt hat. Dabei existiert eine Pflegewissenschaft in Deutschland erst seit annähernd zwei Jahrzehnten und in kürzester Zeit wurde hier eine Fülle neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und Theorien erarbeitet, die keineswegs wie erhofft den Weg in die Pflegepraxis fanden. Im Gegenteil, denn „... wie an einem Ölpapier perlen erarbeitete wissenschaftliche Erkenntnisse an der Praxis ab“ (Schaeffer, 2006). Das komplexe Problem des Wissenschaftstransfers findet in der deutschen Pflegelandschaft zwar Beachtung, es fehlen aber statistische Daten zu den Bedingungen vor Ort in den Kliniken. Damit Forschungsergebnisse in der Praxis Anwendung finden können, müssen viele Bedingungen erfüllt sein. Die Fragestellung richtete sich auf eine primäre Bedingung in Bezug auf die Pflegefachkräfte vor Ort und wurde mit einem eigens entwickelten Design analysiert. Die Methodik der Studie im deskriptiven Querschnittsdesign verlief in zwei Schritten: (1) Es wurde ein neues psychometrisches Messinstrument zu den Variablen „Interesse“, „Wissen“ und „Bereitschaft“ mit 21 Items zum Wissenschaftstransfer entwickelt und getestet, danach (2) wurden alle dreijährig ausgebildeten Pflegekräfte in drei Kliniken persönlich angeschrieben und gebeten, den Fragebogen auszufüllen. Im Gesamtergebnis deuten die Erhebungen darauf hin, dass die erfasste Population von Pflegefachkräften nicht in der Lage ist, ihre Pflege auf eine angemessene Basis von Evidenz zu stellen.
Autor/in/nen
Thomas Schnittger, Matthias Hilgefort, Thomas Hauken, : schnittgerhaukenhilgefort@ ewetel.net Schlüsselwörter Evidenz-basierte Pflege Wissenschaftstransfer Interesse Wissen Bereitschaft Seite 140-150 ,
Abstract
The purpose of this study is to pursue the aim of providing information on currently existing staff conditions in Germany, in order to carry out the transfer of scientific findings into healthcare practice and to find out what level of transfer has already been achieved. The background of the investigation is that German legislation demands Evidence-based Nursing but also it has developed to a quality indicator for hospitals. This is the case although nursing science has only been existing in Germany for about two decades. In a very short time a lot of new scientific findings and theories were compiled but did not find their way into healthcare practice. The reverse seems to be true: „scientific findings access the practice like paint rolls off oilpaper” (Schaeffler, 2006). The complex problem of transferring knowledge into practice is well known in the German healthcare field but statistical data for existing conditions in the clinics themselves are missing. So that research findings can be put into practice, many conditions must be fulfilled. The objective of this research was focused on the nursing staff on site and was analyzed with an especially developed design. This study was designed in a cross-sectional way and was accomplished in two steps: (1) A new psychometric instrument including twenty-one items was developed and tested in order to examine the variables interest, knowledge and willingness of nursing staff; and then (2) all three-years trained nursing staff of three clinics was asked to fill out this new developed questionnaire. The result indicates that the population of the nursing staff is not in the situation to put their nursing on an adequate basis of evidence.
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