5-2011 Gesamtausgabe

Gesamte Ausgabe 5-2011 der Pflegewissenschaft.
Autor/in/nen
Gesamtausgabe Pflegewissenschaft, hpsmedia GmbH, : Martin Müller Institut für Gesundheits- und Rehabilitationswissenschaften Ludwig-MaximiliansUniversität München Marchioninistr. 17 81377 München 1 Institut für Gesundheits- und Rehabilitationswissenschaften, Ludwig-Maximilians-Universität München 2 Doktorandenkolleg, Department für Pflegewissenschaft, Universität Witten/Herdecke 3 Westsächsische Hochschule Zwickau, Fakultät Gesundheits- und Pflegewissenschaften Schlüsselwörter Frührehabilitation Akutversorgung Klassifikationen Pflegefachsprachen ICF Seite 280-288 Eingereicht am: 18.01.2011 Akzeptiert am: 05.04.2011 DOI: 10.3936/1087 Standardisierte Sprachsysteme zur Beschreibung relevanter Phänomene sind seit langem Gegenstand der pflegewissenschaftlichen und pflegepraktischen Diskussion. Im Fokus stehen dabei ? verständlicherweise ? professionsspezifische Sprachsysteme, wie ICNP, NANDA, NIC oder NOC. In diesem Beitrag soll beleuchtet werden, inwieweit die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) als professionsübergreifende Klassifikation für Pflegewissenschaft und Pflegepraxis relevant sein könnte. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Setting Frührehabilitation im Akutkrankenhaus gelegt. Zunächst sollen Modell und Klassifikation der ICF vorgestellt werden. Im Anschluss daran wird der Prozess der Entwicklung der ersten Version der ICF Core Sets für das Akutkrankenhaus als anwendbare evidenzbasierte Auswahl an Kategorien der ICF und die Validierung dieser ICF Core Sets skizziert. Schließlich werden die Möglichkeiten einer Implementierung und möglichen Weiterentwicklung der ICF Core Sets im Kontext klinischer Pflegepraxis und Pflegewissenschaft diskutiert. Einleitung Medizinische Akut- und Notfallversorgung hat die Aufgabe, den Patienten mit einer akuten schwerwiegenden Erkrankung oder Verletzung angemessen zu behandeln. Diese Versorgung ist hocheffizient und oft sehr erfolgreich. Allerdings besteht bei vielen akuten Erkrankungen das Risiko erheblicher Funktionseinschränkungen und dauerhafter Behinderung, selbst wenn die Akutversorgung erfolgreich war. Zusätzlich gefährden in der Akutsituation Faktoren wie Immobilisierung, künstliche Beatmung oder nosokomiale Infektionen die Funktionsfähigkeit und die Autonomie des Patienten. Diese Folgen können verhindert oder behandelt werden, wenn man frühzeitig rehabilitative Maßnahmen einleitet. Längst hat man sich vom alten Paradigma der Rehabilitation befreit, das davon ausging, dass Rehabilitation erst dann einsetzt, wenn die Akuttherapie endet (Brandstater & Shutter, 2002; Cifu & Stewart, 1999; Indredavik, Bakke, Slordahl, Rokseth, & Haheim, 1999; Musicco, Emberti, Nappi, & Caltagirone, 2003). Die Rehabilitation sollte als Frührehabilitation bereits in der ersten Akutphase einsetzen und den Patienten bis zur Entlassung nach Hause oder in weiterversorgende Einrichtungen begleiten (Stucki, Stier-Jarmer, Gadomski, Berleth, & Smolenski, 2002; Stucki, Stier-Jarmer, Grill, & Melvin, 2005). Frührehabili,
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