Natürlich brauchen wir Kommunikation, aber müssen wir darüber sprechen?

Kommunikation ist eine wesentliche Grundlage in professioneller Pflege. Jedoch fehlen systematisch erarbeitete kommunikationstheoretische Grundlagen beziehungsweise curriculare Inhalte in Aus-, Fort- und Weiterbildung der Pflege. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, wie und mit welchen Grundlagen eine erfolgreiche Kommunikation im Pflege-Case-Management-Prozess mit den betroffenen Patienten und den an der Gesundheitsversorgung beteiligten Berufsgruppen möglich ist. Die lösungsorientierte Kurztherapie nach de Jong/Berg wird als eine Möglichkeit diskutiert und in einem Zusammenhang mit Pflege-Case-Management gebracht. Es zeigt sich, dass dieses kommunikative Verfahren Pflegenden im Case Management die Möglichkeiten bietet, den Prozess professionell zu gestalten und die Patienten durch Empowerment zu stärken. Sie lenkt den Blick von defizit-problemorientierten hin zu lösungsorientierten Sichtweisen. Dieses Verfahren ermöglicht, gemeinsam mit Patienten Ressourcen zu entdecken, zu entwickeln und in den Prozess der Gesundheitsversorgung zu integrieren.
Autor/in/nen
Agnes Korinth, Martina Hasseler, : Agnes Korinth Case Managerin1 im mammaNetz Brustzentrum Ludmillenstift Ludmillenstr. 4-6 D-49716 Meppen Tel.: 05931 152 3991 Korinth@Ludmillenstift.de Kommunikation ist eine wesentliche Grundlage in professioneller P?ege. Jedoch fehlen systematisch erarbeitete kommunikationstheoretische Grundlagen beziehungsweise curriculare Inhalte in Aus-, Fort- und Weiterbildung der P?ege. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, wie und mit welchen Grundlagen eine erfolgreiche Kommunikation im P?ege-Case-Management-Prozess mit den betroffenen Patienten und den an der Gesundheitsversorgung beteiligten Berufsgruppen möglich ist. Die lösungsorientierte Kurztherapie nach de Jong/Berg wird als eine Möglichkeit diskutiert und in einem Zusammenhang mit P?ege-CaseManagement gebracht. Es zeigt sich, dass dieses kommunikative Verfahren P?egenden im Case Management die Möglichkeiten bietet, den Prozess professionell zu gestalten und die Patienten durch Empowerment zu stärken. Sie lenkt den Blick von de?zit-problemorientierten hin zu lösungsorientierten Sichtweisen. Dieses Verfahren ermöglicht, gemeinsam mit Patienten Ressourcen zu entdecken, zu entwickeln und in den Prozess der Gesundheitsversorgung zu integrieren. 1 Einleitung Natürlich brauchen wir Kommunikation, aber wir müssen doch nicht darüber sprechen. In diesem provokativen Satz steckt die Kommunikationsgeschichte der Krankenp?ege. Sie impliziert gleichzeitig die Frage, ob die Profession P?ege Kommunikation weiterhin als eine gottgegebene Befähigung betrachten möchte, oder ob es schon aus eigener salutogenetischer Motivation und professioneller Notwendigkeit der P?ege es an der Zeit ist, sich auf die Suche nach geeigneten theoretischen Kommunikationsgrundlagen zu machen. Das Erfordernis sich mit kommunikationstheoretischen Grundlagen in der P?ege auseinanderzusetzen, ergibt sich aus unterschiedlichen aktuellen Entwicklungen. Das novellierte Krankenp?egegesetz hat erstmalig beratende, anleitende, unterstützende sowie präventive und gesundheitsförderliche Aufgaben als eigenverantwortliche p?egerische Aufgaben de?niert (KrP?G in der Fassung vom 16. Juli 2003). Diese implizieren professionelle Kompetenzen in der Kommunikationsführung. Allerdings fehlen bislang systematisch erarbeitete kommunikationstheoretische Grundlagen bzw. curriculare Inhalte in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der P?ege. Dies gilt sowohl für den sekundären als auch für den tertiären Bereich der Bildung. Des Weiteren entwickeln sich für P?egende andere, interessante Aufgaben- und Verantwortungsbereiche in der Gesundheitsversorgung wie z. B. Case Management (Ewers/Schaeffer 2000), in denen eine professionelle Kommunikation von zentraler Bedeutung ist. Schlüsselwörter Kommunikation P?ege Case Management Lösungsorientierte Kurztherapie P?ege-Case-Management Diese Arbeit entstand auf der Suche nach einem geeigneten Handlungs- und Handwerkswerkzeug für P?egende, die im Case Management tätig sein werden. P?egende als Case Manager/innen be,
Abstract
Communication is a most important basic principle in nursing. Yet, there is a lack of systematically gathered theories on communication in nursing, or rather an absence of curricula contents of basic and nursing training. This article considers how and on what foundation a successful communication is possible in nursing case management. The solution-focused Brief Therapy is discussed as one possibility and is connected with nursing case management. The results show that it offers nurses in case management possibilities to organise the process professionally and to strengthen the patient via empowerment. It directs the attention to solution-focused perspectives rather than to deficit-problem-focused aspects. This method enables nurses in case management to discover and to develop their resources in cooperation with their patients and to integrate them into the process of health care.
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