Jan 21, 2019 Last Updated 5:45 PM, Jan 20, 2019

Forschungswelten 2019

Save-the-date: Forschungswelten 2019! Vom 4.-5. April 2019 findet an der Hochsc...

Böhme
Böhme, Hans
Rechtshandbuch für Pflegeeinrichtungen von A-Z
Verständliche Rechtserläuterungen – konkrete Handlungsanweisungen – direkte einsetzbare Arbeitshilfen
WEKA-Media, Kissing, 2002, 158 €, ISBN 3-8276-4424-0 – September und November 2017

Von dem im März 2003 an dieser Stelle vorgestellten Rechtshandbuch für Pflegeeinrichtungen ist im September 2017 die 70. und im November die 71. Ergänzungslieferung erschienen - mit der jeweils aktualisierten CD.
 
Zentraler Inhalt der 70. Nachlieferung ist die Überarbeitung des Stichwortes „Pflegeberufsgesetz“, das jetzt „Pflegeberufegesetz“ (PflBG) lautet.
Am 7. 7. 2017 stimmte der Bundesrat dem Pflegeberufereformgesetz zu, in dessen Artikel 1 das Pflegeberufegesetz enthalten ist. Die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege wird abgeschafft und durch eine generalistische Pflegeausbildung ersetzt. Die Ausbildungen zur Alten- sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege bleiben erhalten und werden in Form einer zweijährigen generalistischen Ausbildung und eines Jahres der separaten Ausbildung fortentwickelt. Der Abschluss lautet "Altenpfleger/in" und "Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in". Das Pflegeberufegesetz tritt insgesamt am 01.01.2020 in Kraft.
Da der Kabinettsbeschluss vom 13. 1. 2016 in den Bundesländern keine Mehrheit gefunden hat und bei den Verbänden sowie bei der Lobby der Pflegeanbieter auf heftigen Widerstand gestoßen ist, bleibt die generalistische Ausbildung nur eine Option. Hier haben sich die Bedenken der Pflegeeinrichtungsvertreter durchgesetzt, die eine Fortsetzung der Altenpflegeausbildung wollten. Der Gesetzgeber hat dem Auszubildenden nun ein Wahlrecht zugebilligt, das nach zwei Ausbildungsdritteln ausgeübt werden kann, wenn das im Ausbildungsvertrag vereinbart ist.
Zwar tritt das PflBG insgesamt erst am 01.01.2020 in Kraft, es müssen aber heute bereits die Weichen gestellt und insbesondere die Vorbehaltsaufgaben beim Personaleinsatz berücksichtigt werden.
 
 
Die 71 Nachlieferung enthält im Wesentlichen ein neues Stichwort „Gewalt im Pflegealltag“. Die Pflege im stationären und ambulanten Bereich ist nicht gewaltfrei, sondern produziert die gleichen gewaltbesetzten Probleme, die auch im übrigen gesellschaftlichen Kontext festgestellt werden können. Gewalt spielt in der Pflege eine durchaus herausragende Rolle. Noch längst ist nicht bei allen Mitarbeitern und Einrichtungen ein Verständnis davon vorhanden, dass Patienten oder Bewohner ein Recht haben, selbstbestimmt zu handeln. Die fürsorgliche Gewalt, begünstigt durch die ganzheitliche Pflegeausbildung, ist weit verbreitet: "Jetzt wollen wir mal was essen." Und wenn der einer Wohltat bedachte nicht folgt, "dann müssen wir das Betreuungsgericht einschalten." Hier eine gewaltfreie Sprachkultur einzuführen, ist genauso wichtig wie das Pflegeziel einer gewaltfreien Pflege. Dass Pflegekräfte sich verbaler Gewaltattacken Einzelner auszusetzen haben, ist die eine Seite. Häufig kommt es aber auch zu physischer Gewalt, die scheinbar schuldlose Pflegekräfte trifft. Das gibt es natürlich auch, aber oft sind Ärzte und Pflegekräfte mit ihrem fordernden Anspruch Auslöser von Gewaltattacken. Welche Verantwortung Pflegekräfte bei Gewalt in Pflegebeziehungen tragen, wird In dem neuen Stichwort entfaltet.
 
Eine Rezension von Paul-Werner Schreiner

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