„Wenn einer leidet, dann leiden alle“. Das Phänomen Mitleiden bei Angehörigen muslimischer PatientInnen mit Migrationshintergrund im palliativen Stadium: ein integrativer Review

Das Phänomen Mitleiden bei Angehörigen muslimischer PatientInnen mit Migrationshintergrund im palliativen Stadium ist Pflegefachpersonen häufig nicht bekannt. Sie fühlen sich unsicher und wissen nicht, wie sie den Angehörigen begegnen können.
Im Rahmen eines integrativen Reviews ließen sich beobachtbare Ausdrucksformen des Mitleidens bei Angehörigen muslimischer PatientInnen im palliativen Stadium ermitteln.
Das Phänomen umfasst neun Aspekte, die sich im Erklärungsmodell „Das Netz des Mitleidens“ zusammenfassen lassen. Mitleiden lässt sich verstehen als körpersprachlicher Ausdruck des Hoffens, Klagens und Betens und ermöglicht leidenden und trauernden Menschen, mit Gott vereint zu sein. So können sie ihre Gefühlslast und Trauer miteinander teilen. Begründen lässt sich das Phänomen durch das Bedürfnis der Angehörigen, ihre religiöse Identität und Tradition zum Ausdruck zu bringen.
Das Modell bietet eine erste Orientierung für Pflegefachpersonen als Beitrag zu migrationssensibler
Palliative Care.
Autor/in/nen
Zylfije Dibrani, BScN, RN, Dr. phil. Diana Staudacher, Zylfije Dibrani Vogelherdstrasse 7a CH-9016 St. Gallen zylfije.dibrani@hotmail.com , FHS St.Gallen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Title
The phenomenon of compassion in relatives of Muslim patients with migration background in the palliative stage: An integrative review
Abstract
The phenomenon of compassion among relatives of Muslim patients with migration background in a palliative stage is often unknown to nurses. They feel uncertain and do not know how to encounter this group of relatives. However, migrant-sensitive palliative care should involve relatives as well. In the context of an integrative review, visible forms of expressing compassion among relatives of Muslim patients in a palliative stage were identified. The phenomenon comprises nine aspects summarized in the explicative model „The net of compassion“. Compassion can be understood as a bodily expression of hoping, lamenting and praying. It allows suffering and mourning persons to be united with God. Thus, they are able to share the burden of suffering and grieving. The reasons for compassion lie in the relatives’ need to express their religious identity and tradition. The model offers a first orientation contributing to migrant-sensitive palliative care.
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