Welche pflegerischen Interventionen führen zu einer Verbesserung der Adherence von HIV-Patientinnen und -Patienten hinsichtlich der Einnahme von ART? beliebt

Bei der Therapie von HIV spielt die Adherence hinsichtlich der antiretroviralen Therapie (ART) eine wichtige Rolle. Die Förderung der Adherence durch Beratung und Begleitung wird zunehmend von Pflegekräften übernommen. Für diesen systematischen Literaturreview wurde nach randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) gesucht, die die Wirksamkeit von pflegerischen Interventionen zur Förderung der Adherence von HIV-Patientinnen und -Patienten hinsichtlich der Einnahme von ART untersuchen. 7 RCTs belegen die Wirksamkeit von Beratungsgesprächen mit verhaltensförderndem Fokus und von wöchentlicher telefonischer Beratung mit statistisch signifikanten Ergebnissen. Gleichzeitig wird aufgezeigt, dass die Interventionen durch Pflegekräfte durchführbar sind.
Autor/in/nen
Ilja Petković, Prof. Dr. Christine Boldt, Ilja Petkovi? Hochschule München Am Stadtpark 20 81243 München petkovic@hm.edu Eingrereicht am Akzeptiert am DOI: 10.3936/1673 456 Pflegewissenschaft 9/10-2019 | 21. Jahrgang | hpsmedia, Hungen Fachteil | Pflegewissenschaft | Ausgabe 9/10-2019 Hintergrund Nach den Angaben der World Health Organization (WHO) stellt die human immunodeficiency virus (HIV)-Erkrankung weiterhin ein globales Problem dar (WHO, 2017). Weltweit waren zum Ende des Jahres 2016 36.7 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. 2016 starben 1 Millionen Menschen an den Folgen von HIV. Die chronische Erkrankung ist zum derzeitigen Stand nicht heilbar. Einzig die Einnahme von antiretroviraler Therapie (ART) hilft dabei, das Virus zu kontrollieren, indem es die Viruslast dauerhaft senkt. Dadurch wird das Infektionsrisiko aufgehoben und die Gesundheit sowie die Lebenserwartung der Betroffenen wird deutlich verbessert, da opportunistischen Infektionen und dem Acquired Immune Deficiency Syndrome (AIDS) vorgebeugt werden. ART müssen das gesamte Leben jeden Tag regelmäßig eingenommen werden, um die Viruslast effektiv zu senken. 2016 wurden 53% aller HIV-Infizierten (ca. 19.5 Millionen) weltweit mit ART behandelt. Das Ziel der WHO ist es, den Zugang zu ART für alle Betroffenen weltweit zu ermöglichen (WHO, 2017). Erwachsene HIV-Patientinnen und -Patienten müssen zu Beginn der antiretroviralen Therapie täglich mindestens 3 verschiedene Medikamente einnehmen. Dieses Therapie-Regime ist oftmals verbunden mit Nebenwirkungen, wie beispielsweise Übelkeit, Kopfschmerzen und Diarrhoe. Die Medikamente können darüber hinaus die Funktionsfähigkeit der Leber einschränken. Neben diesen Faktoren können weitere Barrieren die regelmäßige Medikamenteneinnahme beeinflussen. Hierzu gehören soziale Faktoren, wie Stigmatisierung, Diskriminierung oder Scham. Viele Personen, die an HIV erkrankt sind, haben darüber hinaus aufgrund ihrer finanziellen Situation keinen Zugang zu ART (WHO, 2016). In diesem Zusammenhang muss sichergestellt werden, dass HIV-Infizierte ART korrekt und regelmäßig einnehmen. Dies führt zum Begriff der Adherence. Die WHO definiert Adherence als das Ausmaß des Verhaltens einer Person, z.B. hinsichtlich der Medikamenteneinnahme, das mit den Empfehlungen einer Person aus dem Gesundheitswesen übereinstimmt. Hierbei spielt insbesondere die Qualität der therapeutischen Beziehung eine wesentliche Rolle. Gleichzeitig sollen Barrieren überwunden werden, die die Medikamenteneinnahme beeinträchtigen. Weiterhin soll die Adherence gemeinsam diskutiert und es sollen Strategien zur Verbesserung der Adherence entwickelt werden. Adherence erfordert die Zustimmung der Patientin oder des Patienten in Bezug auf die Empfehlungen der Person aus dem Gesundheitswesen. Dies stellt einen Unterschied zur Compliance dar (WHO, 2003). nahme von ART und kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Bigler et al (2007) kommen bei 13 gefundenen RCTs zu dem Schluss, dass zusätzlich zu Kurzinterventionen eine kontin, Hochschule München
Title
Which nursing interventions lead to an improvement of adherence of patients with HIV concerning ingestion of ART?
Abstract
The adherence of antiretroviral therapy (ART) has an important role during the treatment of persons infected with HIV. The supervision and counseling of the adherence has been taken more and more by nursing staff. In this article we present a systematic review of randomized controlled trials (RCTs), which aim is to investigate nursing interventions to effectively increase the adherence of HIV infected persons concerning ingestion of ART. The statistically significant results of 7 RCTs prove the effectiveness of behavior-orientated counseling and guidance by weekly telephone-calls. Additionally, they demonstrate that these interventions can be executed by nurses.
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