Soziale Kontakte im Betreuten Wohnen. Eine qualitative Studie

Kontakte sind ein essenzieller Bestandteil des Wohlbefindens und können bei älteren Menschen beeinträchtigt sein. Ein Einzug ins Betreute Wohnen soll dazu beitragen, entsprechende Einschränkungen zu kompensieren, doch ist bislang nur wenig über die sozialen Kontakte im Betreuten Wohnen bekannt. Diese Studie verfolgte das Ziel, die Typen der Ausrichtung sozialer Kontakte im Betreuten Wohnen zu identifizieren, und Bedürfnisse, Hindernisse und Fördernisse in Bezug auf soziale Kontakte aus der Sicht der dort Wohnenden zu bestimmen. Hierzu wurde eine qualitative Studie in zwei Einrichtungen des Betreuten Wohnens im Bundesland Salzburg durchgeführt. Die Datensammlung erfolgte mit Hilfe halbstrukturierter Leitfadeninterviews und die Auswertung orientierte sich an der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring. Es wurden fünf unterschiedliche Typen von Ausrichtungen sozialer Kontakte identifiziert: „Integrierte Bewohnerinnen“, „Neuorientierung nach Partnerverlust“, „Begrenzte Familienanbindung“, „Bewohnerinnen mit Ehepartner“ und „Außenseiter“. Diese Ausrichtungen hingen nicht so sehr von der Ausprägung des Kontaktbedürfnisses, sondern vom verfügbaren sozialen Netzwerk und seinen Veränderungen ab. Eingeschränktes Kontaktbedürfnis trug dazu bei, dass Kontakthindernisse nicht automatisch zu einem empfundenen Mangel an Kontakten führten. Bewohnerinnen mit „Neuorientierung nach Partnerverlust“ und „Begrenzter Familienanbindung“ sowie „Außenseiter“ sind dabei allerdings vulnerable Typen, bei denen das Betreuungspersonal die Möglichkeit eines Disengagements beachten sollte, um gegebenenfalls behutsam die sozialen Kontakte der Betroffenen zu fördern.
Autor/in/nen
FH-Prof. Dr. Thomas Boggatz, Christine Wohlschlager, 1 Fachhochschule Salzburg GmbH, thomas.boggatz@fh-salzburg.ac.at 2 BSc, Fachhochschule Salzburg GmbH, christina.wohlschlager12@gmail.com , Fachhochschule Salzburg GmbH
Abstract
Social contacts are an essential component of well-being but may be restricted in old age. Assisted living can help to compensate for such restrictions yet little is known about social contacts in this kind of facilities. It was the aim of this study to identify types of social contacts in assisted living and to determine needs, options and barriers regarding social contacts from their residents’ perspective. A qualitative study was conducted in two assisted living facilities in the land Salzburg. Data were collected with semi-structured guideline interviews and evaluated with qualitative content analysis according to Mayring. Five different types of attitudes were identified: “integrated residents”, “reorientation after loss of spouse”, “restricted family relationships”, “residents with spouse”, and “outsiders”. These types rather depended on the availability and changes of social network than on contact needs. Reducing contact needs helped to prevent loneliness, but residents with “reorientation after loss of spouse” and “limited family relationships”, as well as “outsiders” have to be considered as vulnerable types. Care providers should pay attention to their risk of disengagement and carefully promote social contacts if needed.
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