10-2010 Gesamtausgabe

Gesamte Ausgabe 10-2010 der Pflegewissenschaft.
Autor/in/nen
Gesamtausgabe Pflegewissenschaft, hpsmedia GmbH, : Horst Rettke (MNSc) Universitätsspital Zürich Medizinbereich Herz-Gefäss-Thorax Rämistr. 100 CH-8091 Zürich horst.rettke@usz.ch Horst Rettke (RN, MNSc), Universitätsspital Zürich, Medizinbereich Herz-GefässThorax, Schweiz Heike M. Geschwindner (RN, MHSc), Stadt Zürich, Gesundheitsund Umweltdepartement, Pflegezentren der Stadt Zürich, Schweiz Wim J. A. van den Heuvel (PhD, Prof.) Universität Groningen, Care Sciences, Niederlande Schlüsselwörter Klinische Forschung Studienverlauf Studienabbruch Schlaganfallrehabilitation Seite 523-528 Eingereicht am: 30.05.2010 Akzeptiert am: 31.08.2010 DOI: 10.3936/1041 Das Durchführen eines Forschungsprojekts kann trotz sorgfältiger Konzeption und Planung vor vielfache Herausforderungen stellen, die mitunter einen Abbruch des Projekts nach sich ziehen. Im Verhältnis zu erfolgreich beendeter Forschung wird über erfolglose oder abgebrochene Studien wenig publiziert, obwohl die Evaluation aufgetretener Schwierigkeiten und deren Lösungsansätze beträchtliches Lernpotenzial birgt. In diesem Artikel möchten wir unsere analysierten Erfahrungen mit einem Forschungsprojekt darstellen, das wir vorzeitig beenden mussten. Unser Ziel ist es, die daraus gewonnenen Erkenntnisse anderen Forschenden zugänglich zu machen. Damit möchten wir zur Entwicklung einer Kultur beitragen, in der das Kommunizieren und Diskutieren von Fehlschlägen und Schwierigkeiten in Forschungsprojekten einen anderen Stellenwert erhält. Einleitung In der Fachliteratur wird weitgehend nur über gelungene Forschungsvorhaben mit vertrauenswürdigen Resultaten berichtet. Über Projekte, die nicht zu den erwarteten Ergebnissen führen oder die aufgrund von Schwierigkeiten in der Durchführung zum Teil sogar vorzeitig beendet werden, wird jedoch wenig publiziert. Selbst bei gut durchdachten und sorgfältig vorbereiteten Studien können Probleme und Herausforderungen auftreten, welche die Weiterführung der Studie in Frage stellen (Netta-Turner, Bucher, Dixon & Layton, 2008) oder die sogar zum Abbruch der Studie führen (Weinrieb et al., 2001). Dies widerfährt sowohl unerfahrenen (Brim und Schoonover, 2009) als auch erfahrenen Forscherinnen und Forschern (Smith, Buckwalter, Kang, Schultz & Ellingrod, 2008). In der Literatur wird über Schwierigkeiten in Studienverläufen berichtet, deren Ursachen in der Forschungskonzeption, im Forschungsfeld und in der Dynamik zwischen beidem zu finden sind. Im Forschungsdesign können z. B. die Anwendbarkeit der Methode oder der Sachverhalt in der Forschungspopulation falsch eingeschätzt bzw. die Ein- und Ausschlusskriterien falsch gewählt werden. Nach einer erfolgreich durchgeführten Untersuchung wollten West und Hanley (2006) eine vergleichbare Population via Email befragen, weil es ihnen nicht möglich war, die Probanden wie in der Originalstudie persönlich zu interviewen. Per Email konnten die Autoren im Vergleich zu den Interviews nur einen Bruchteil an auswertbaren Informationen erheben. Ihre Methode erwies sich als ungeeignet, ,
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