1-2010 Gesamtausgabe

Gesamte Ausgabe 1-2010 der Pflegewissenschaft.
Autor/in/nen
Gesamtausgabe Pflegewissenschaft, hpsmedia GmbH, Mag. BSc. Franco Mantovan Peintenweg 57 39032 Mühlen in Taufers (BZ) Italien franco.mantovan@ sb-bruneck.it Franco Mantovan, MNS, Diplomkrankenpfleger, (Dozent und Tutor an der Landesfachhochschule ?Claudiana?/Universität Verona) Verena Baumgartner, Diplomkrankenpflegerin (Chirurgische Abteilung des Gesundheitsbezirkes Bruneck ? BZ) Dietmar Ausserhofer, MNS, Diplomkrankenpfleger, (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Pflegewissenschaft/Universität Basel) Franco Mantovan, Dietmar Ausserhofer, Verena Baumgartner Die aktuellen Leitlinien der nationalen Gesellschaften für Anästhesiologie empfehlen eine Verkürzung der präoperativen Nüchternzeit. Das Ziel dieser Untersuchung bestand darin, in kurzer Form die praktische Handhabung der präoperativen Nüchternheit vor elektiven Eingriffen zu erfassen und Hypothesen für weitere Forschungsvorhaben in diesem klinischen Bereich zu generieren. Es wurden 21 telefonische Interviews mit diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegern/innen an Abteilungen der Allgemeinchirurgie in Südtirol, Norditalien und Österreich mittels eines auf evidence-basierten Erkenntnissen aufgebauten Fragebogens durchgeführt. Die präoperative Nüchternheit wird bei 90,5% der Befragten ab Mitternacht, im Durchschnitt für eine Dauer von 6-10 h, gehandhabt. Bei der Art der erlaubten Nahrungsaufnahme wird kaum zwischen flüssiger und fester Nahrung unterschieden. Dabei bedeutet ?Nüchternsein? auch ein Rauchverbot ab Mitternacht (71,4%). Was das Volumen der erlaubten Nahrungsmenge betrifft, kann der Patient dabei bis 2 h vor OP 1-2 Gläser (insgesamt bis zu 500 ml) Wasser trinken. Die Patienten müssen die oralen Medikamente vor OP einnehmen (100%). Für Risikopatienten wird bei 90,5% der Befragten kein Unterschied bei der Handhabung der präoperativen Nüchternheit gemacht. Die Ergebnisse dieser Untersuchung deuten darauf hin, dass ein Teil der untersuchten Krankenhäuser die aktuellen Empfehlungen zur Handhabung der präoperativen Nüchternheit nicht berücksichtigen. Anhand der Ergebnisse dieser Untersuchung wurden Hypothesen generiert, welche in weiteren Forschungsvorhaben geprüft werden können. Die individuelle Planung der präoperativen Nahrungskarenz durch das diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonal kann eine ?patienten-zentrierte? Pflege garantieren. 1 Einleitung Schlüsselwörter Präoperative Nahrungskarenz Prävention von perioperativen Komplikationen Aspirationsrisiko Ziel der präoperativen Nüchternheit ist die Reduktion von narkoseassoziierten Risiken. Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass sich eine verlängerte Nüchternzeit negativ auf postoperative Übelkeit und postoperatives Erbrechen (PONV), den Immunstatus, Insulinspiegel und nicht zuletzt auf das Wohlbefinden des Patienten (Hunger, Durst, Krankheitsgefühl, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche) auswirken (Weiß & Jacob, 2008). Trotz der Empfehlungen der nationalen Gesellschaften für Anästhesiologie und Intensivmedizin zu einer ?verkürzten Nüchternheit? spiegelt di,
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