Häufigkeit und Verlauf der Nebenwirkungen bei onkologischen Patienten mit Chemotherapie – Pflegerische Erhebung und Dokumentation mittels der CTCAE-Skala

Patienten mit onkologischer Grunderkrankung und Chemotherapie sind häufig mit Nebenwirkungen der Behandlung konfrontiert. Pflegerische Interventionen zur Linderung dieser Symptome sind notwendig, diese werden jedoch nicht immer von einer strukturierten Erfassung der beobachteten Nebenwirkungen begleitet. Ziel der Studie war es, die Erhebung dieser unerwünschten Begleiterscheinungen mittels der CTCAE-Skala (Common Terminology Criteria for Adverse Events, Version 3.0 des Cancer Therapy Evaluation Program, 2003) durchzuführen, um ihre Eignung für die pflegerische Dokumentation zu testen. Ebenso sollten Häufigkeit und Verlauf der beobachteten Nebenwirkungen beschrieben werden. Diese nicht randomisierte, prospektive Studie wurde am Klinikum rechts der Isar über einen Zeitraum von drei Monaten im Jahr 2004 durchgeführt. Die Befragung von 75 Patienten erfolgte auf drei hämato-onkologischen Stationen. Die Ergebnisse zeigen eine Rangordnung beobachteter Nebenwirkungen, angeführt von Fatigue als häufigste, gefolgt von Hauttrockenheit, Appetitmangel, Geschmacksveränderung und Übelkeit. Die CTCAE-Skala (2003) zeigte sich als im pflegerischen Klinikalltag gut integrierbares Messinstrument.
Autor/in/nen
Gordan Lasic, Maria Kitzmantel, Katrin Book, Alexander Pröbstl, Sabrina Ahlfeld, Anette Thoke-Colberg, Margarete Landenberger, : Maria Kitzmantel Pflegedirektion Klinikum rechts der Isar Technische Universität München Anstalt des öffentlichen Rechts Trogerstr. 11 81675 München mri.pflegeforschung@ lrz.tu-muenchen.de Anmerkungen 1 Pflegedirektion, Klinikum rechts der Isar (AöR) der Technischen Universität München 2 Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Medizinische Fakultät, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Patienten mit onkologischer Grunderkrankung und Chemotherapie sind häufig mit Nebenwirkungen der Behandlung konfrontiert. Pflegerische Interventionen zur Linderung dieser Symptome sind notwendig, diese werden jedoch nicht immer von einer strukturierten Erfassung der beobachteten Nebenwirkungen begleitet. Ziel der Studie war es, die Erhebung dieser unerwünschten Begleiterscheinungen mittels der CTCAE-Skala (Common Terminology Criteria for Adverse Events, Version 3.0 des Cancer Therapy Evaluation Program, 2003) durchzuführen, um ihre Eignung für die pflegerische Dokumentation zu testen. Ebenso sollten Häufigkeit und Verlauf der beobachteten Nebenwirkungen beschrieben werden. Diese nicht randomisierte, prospektive Studie wurde am Klinikum rechts der Isar über einen Zeitraum von drei Monaten im Jahr 2004 durchgeführt. Die Befragung von 75 Patienten erfolgte auf drei hämato-onkologischen Stationen. Die Ergebnisse zeigen eine Rangordnung beobachteter Nebenwirkungen, angeführt von Fatigue als häufigste, gefolgt von Hauttrockenheit, Appetitmangel, Geschmacksveränderung und Übelkeit. Die CTCAE-Skala (2003) zeigte sich als im pflegerischen Klinikalltag gut integrierbares Messinstrument. Einleitung Die verschiedenen zur Chemotherapie eingesetzten Medikamente können eine Vielzahl von Wirkungen verursachen. Durch die hemmende Wirkung der Chemotherapie auf die Zellerneuerung im Körper sind nicht nur die krankheitsverursachenden Zellen betroffen, sondern häufig auch die gesunden Gewebe. Betroffen sind u. a. die Zellen der Haut, Haare, Schleimhäute und des Knochenmarks, die sich ? wie die Krebszellen ? sehr häufig teilen. Die Häufigkeit und Stärke der Nebenwirkungen sind u.a. von der Chemotherapie sowie deren Dauer der Verabreichung abhängig und können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Auch reagieren die Patienten sehr unterschiedlich auf die gleiche Behandlungsform (Sitzia et al., 1995). Zu den häufigsten Nebenwirkungen onkologischer Patienten zählen Fatigue, Übelkeit und Erbrechen, trockene Haut, Schmerz, Schleimhautentzündungen, Haarausfall, Fieber und Blutbildveränderungen (Lindley et al., 1999; Longman et al., 1997; Portenoy et al., 1994). Schlüsselwörter Nebenwirkugen Chemotherapie CTCAE Skala Pflegerische Beobachtung Seite 219-223 ,
Abstract
Patients with an underlying oncological disease under chemotherapy often suffer from side effects. Nursing interventions are necessary in order to abate these unintentional symptoms however these interventions often lack an accompanying structured documentation of the observed adverse events. The goal of this study was the assessment of side effects by means of the CTCAE scale (Common Terminology Criteria for Adverse Events, Version 3.0 Cancer Therapy Evaluation Program, 2003), in order to evaluate its use in nursing documentation. Furthermore, frequency and development of the side effects were described. This non-randomized, prospective study was carried out in 2004 at the hospital rechts der Isar, a university hospital of the Munich Technical University. Seventy-five patients from three hemato-oncological wards were recruited. Results show a ranking of observed side-effects, fatigue being the most frequent, followed by skin dryness, loss of appetite, alteration of taste, and nausea. The CTCAE scale (2003) appears to be a useful tool in assessing side-effects being easily integrable in daily clinical routine.
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