Entwicklung eines psychometrisch fundierten Instruments zur Erfassung des Selbstpflegeverhaltens von insulinpflichtigen Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2

Vor dem Hintergrund einer steigenden Diabetesprävalenz kommt den Fähigkeiten der Betroffenen zur Selbstpflege in der Behandlung des Diabetes eine entscheidende Bedeutung zu. Pflegewissenschaftliche Theorien zum Selbstpflegeverhalten haben jedoch noch keinen Eingang in die Versorgung von Menschen mit Diabetes mellitus gefunden. Diese Studie hat das Ziel, auf der Basis der Selbstpflegedefizittheorie von Orem ein psychometrisch fundiertes Instrument zur Erfassung des Selbstpflegeverhaltens von Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 im deutschsprachigen Raum zur Verfügung zu stellen.
Autor/in/nen
Uta Gaidys, Dr. Thorsten Meyer, : Uta Gaidys P?egeforschung Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Ratzeburger Allee 160 D-23538 Lübeck Tel.: 0451 500-3345 Fax: 0451 500-5964 uta.gaidys@uk-sh.de Die Robert-Bosch-Stiftung hat durch ihre Förderung (Bewilligungsnummer 32.5.1331.0037.0) die Durchführung dieser Studie ermöglicht und damit die Etablierung der P?egeforschung am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein unterstützt. Vor dem Hintergrund einer steigenden Diabetesprävalenz kommt den Fähigkeiten der Betroffenen zur Selbstp?ege in der Behandlung des Diabetes eine entscheidende Bedeutung zu. P?egewissenschaftliche Theorien zum Selbstp?egeverhalten haben jedoch noch keinen Eingang in die Versorgung von Menschen mit Diabetes mellitus gefunden. Diese Studie hat das Ziel, auf der Basis der Selbstp?egede?zittheorie von Orem ein psychometrisch fundiertes Instrument zur Erfassung des Selbstp?egeverhaltens von Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 im deutschsprachigen Raum zur Verfügung zu stellen. Dazu wurde in einem ersten Schritt eine Skala zur Erfassung des Selbstp?egeverhaltens entwickelt. Ausgangspunkte stellten eine belgische Selbstp?egeskala und aktuelle Versorgungsleitlinien dar. Die Entwicklung der Skala erfolgte mithilfe von Diabetesberaterinnen, leitfadengestützten Patienteninterviews, sowie einem Expertinnenhearing. In einem zweiten Schritt werden zentrale psychometrische Gütekriterien der Diabetes-Selbstp?ege-Skala auf der Basis einer Querschnittserhebung (n=184) sowie eines Retest-Designs (n=76) untersucht. Die LüDiSka umfasst die folgenden sechs Subskalen (Reliabilitätskoef?zient ICC in Klammern): Ernährung und Bewegung (0,83), BZ-Kontrolle (0,75), Insulintherapie (0,74), Verhinderung von Komplikationen (0,70), Verhalten bei Komplikationen (0,68), Umgang mit Therapieentscheidungen/Integration der Erkrankung in den Alltag (0,73). Als Ergebnis dieser Studie kann der Fragebogen als ein inhaltsvalides Instrument zur Erfassung des Selbstp?egeverhaltens angesehen werden. Die Höhe der Reliabilitäten lassen die LüDiSka (LübeckerDiabetes-Selbstp?ege-Skala) für epidemiologische bzw. Gruppenuntersuchungen, z. B. im Rahmen von Programm-Evaluationen oder der Bewertung von einzelnen Interventionen, geeignet erscheinen. 1. Einleitung 1.1. Problembeschreibung Weltweit nimmt die Zahl der Menschen, die an Diabetes mellitus erkranken, zu. In der Literatur fällt der Begriff einer sich entwickelnden globalen Diabetes-Epidemie bzw. Pandemie (Hjelm, Mufunda, Nambozi & Kemp 2003; WHO, 1999). Waren 1985 nur 30 Millionen Menschen an Diabetes mellitus erkrankt, stieg die Zahl zehn Jahre später auf 135 Millionen und nach Aussagen der WHO wird sie 2025 auf 300 Millionen Diabetikerinnen1 ansteigen (WHO, 1997). Diabetes mellitus wäre damit eine der Hauptursachen für Behinderung und Tod weltweit in den nächsten 25 Jahren (Baartmans, 2003). Die WHO (1999) schätzt, dass Diabetes die Ursache für den Tod von 4 Millionen Menschen pro Jahr ist. Schlüsselwörter Diabetes mellitus Typ 2 Selbstp?egeskala R,
Abstract
Against the background of increasing diabetes prevalence, the affected persons’ abilities for self-care have strongly gained in importance in diabetes treatment. Yet, to date, nursing scientific theories on self-care behaviour have found no entry into the care of persons with diabetes mellitus. It is the aim of this study, on the basis of Orem’s theory of self-care deficits, to provide a psychometrically established instrument for the registration of self-care behaviour of insulin-dependent persons with diabetes mellitus type 2 in the German-speaking countries.
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