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Menschen mit Demenz
 
Holthoff-Detto, V.
Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen
Verlag Klett-Cotta, Stuttgart, 2018. 214 S., 29,00 €, ISBN-13: 978-3608949476

Die Thematik einer angemessenen Versorgung und Pflege Demenzkranker im Akutkrankenhaus wird seit einigen Jahren vertieft in den Fachkreisen bearbeitet. Konzepte, Orientierungsleitlinien und auch einige Modellstationen sind in diesem Bereich bereits erstellt worden. Die vorliegende Publikation beinhaltet u. a. diesen Versorgungsschwerpunkt. Es handelt sich dabei um die Arbeit einer Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie mit der Zusatzbezeichnung Klinische Geriatrie, die als Chefärztin einer Klinik in Berlin (Hedwigshöhe) arbeitet und parallel an der TU Dresden Gerontopsychiatrie lehrt.

Die Arbeit ist in zwei Teile mit insgesamt 16 Kapiteln einschließlich Anhang untergliedert.
• In Teil 1 (Kommunikation und Setting – Zugang zu Menschen mit Demenz in der Behandlungssituation, Seite 15 - 53) werden konkrete Konfliktsituationen wie die Überforderung Demenzkranker bei der Aufnahme im Krankenhaus beschrieben und hierfür angemessene Umgangsformen beschrieben. Es folgen Ausführungen über die Angehörigenbegleitung in der Akutsituation und die Kommunikation im Behandlungsverlauf. Dies geschieht teils anhand von Fallvignetten und konkreten Hinweisen bei Problemfällen wie dem Ablehnungsverhalten bestimmten Pflegepersonen gegenüber.
• Teil 2 (Strategien der Diagnosestellung und Behandlung, Seite 55 – 193) beinhaltet u. a. die Bereiche Diagnostik, Schmerzerfassung, die palliative Versorgung, rechtliche Aspekte (u. a. Fahrtauglichkeit, Einwilligungsfähigkeit und Vorsorgevollmacht), Rehabilitation und Elemente der Raumanpassung und Milieugestaltung. Den Abschluss bilden Ratschläge zu konkreten Alltagsproblemen wie Reisefähigkeit, fehlende Krankheitseinsicht und Verweigerung der Medikamenteneinnahme, die Verwendung von Kinderspielzeug und die Anredeform (Duzen u. a.).

Demenzkranke im Krankenhaus sind immer noch ein gravierendes Problem sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Erkrankten selbst. Die in diesem Buch angeführten Erfahrungen und Konzepte können als punktuelle Verbesserungsstrategien aufgefasst werden, doch es fehlen übergreifende strukturelle Maßnahmen im Umgang mit dieser Patientengruppe für den Klinikbereich, die bereits in vielen Pflegeheimen seit vielen Jahren sehr wirksam praktiziert werden. Hierbei handelt es sich u. a. um krankheitsangepasste Vereinfachungs- und Kompensationsstrategien teils ähnlich einer Konditionierung in Verbindung mit biografisch gewachsenen Verhaltensmustern und Umgangsstilen.

Eine Rezension von Sven Lind

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