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Stolze
 
Stolze, Cornelia
Verdacht Demenz
Fehldiagnosen verhindern, Ursachen klären – und wieder gesund werden
Herder Verlag Freiburg, 2016, 331 S., 24,99 €, ISBN-13: 978-3451613883

Die Thematik Demenz wird seit einigen Jahren teils sehr kontrovers diskutiert. Ist Demenz eine Krankheit oder eine bloße Alterserscheinung? Ist die Demenz vom Alzheimertyp vermeidbar, heilbar oder nicht? Die Autorin, eine Diplom-Biologin und Wissenschaftsjournalistin, hat mit ihrem Buch „Vergiss Alzheimer. Die Wahrheit über eine Krankheit, die keine ist“ im Jahr 2011 für Furore gesorgt, indem sie die These aufstellte, dass Alzheimer ein bloßes Phantom oder Konstrukt sei, denn die diagnostizierten Demenzsymptome hätten letztlich andere, teils organische Ursachen.

In dem vorliegenden Buch nun beschreibt Cornelia Stolze zu Beginn recht ausführlich kognitive Minderleistungen und andere Krankheitssymptome des Demenzsyndroms (u. a. Fehlhandlungen, Wahrnehmungsstörungen, Halluzinationen, Harninkontinenz und Verwirrtheitszustände), um im Anschluss 17 verschiedene Ursachen für Gedächtnisstörungen und Demenz aufzuführen (u. a. Vollnarkose, Hirnverletzungen durch Unfälle, Normaldruckhydrozephalus, Dehydrierung, Schlaganfall, Unterzuckerung bei Diabetes, Vitaminmangel, Medikamentennebenwirkung, Vergiftung durch Schadstoffe). Die Autorin nennt dann die „elf besten Rezepte“ zur geistigen Fitness zwecks Vermeidung kognitiver Einbußen und Demenzen, vom guten Schlaf über Vermeidung von Bluthochdruck bis hin zur Gewichtsreduktion und maßvollem Alkoholgenuss. Zum Schluss werden Tipps und Hinweise für den Fall gegeben, falls es sich nun doch um eine Demenz handeln sollte (Beratungsangebote, Pflegestützpunkte, Warnung vor getarnter Pharmawerbung und rechtliche Aspekte wie die Patienten- und Betreuungsverfügung und die Vorsorgevollmacht).

Kritisch muss angefügt werden, dass es die Autorin versäumt hat, überblickhaft Wesentliches über Demenzen wie Demenzformen, Krankheitsverlauf (stadienbezogene Symptomatik) und Pflege und Betreuung darzustellen. Diese Basisinformationen hätten die Erfassung und Einordnung der von ihr angeführten Symptome erleichtert im Sinne der Unterscheidung in primäre und sekundäre Demenzen und damit zugleich in organische und hirnorganische Ursachen der Demenzen. Positiv kann jedoch angeführt werden, dass es Cornelia Stolze gelungen ist, die teils recht fachspezifischen Sachverhalte sehr allgemeinverständlich dargestellt zu haben. Der Autorin geht es vorrangig um die Vermeidung von Fehldiagnosen im Bereich Demenz, die leider doch recht oft gestellt werden. In diesem Kontext kann konstatiert werden, dass hier ein praxisnaher Ratgeberband vorliegt.
 
Eine Rezension von Sven Lind

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