May 27, 2019 Last Updated 7:27 AM, May 23, 2019

Who was who in nursing history: MARKMILLER, Franz-Xaver
MARKMILLER, Franz-Xaver
Artikel von: H. Kolling
Erschienen in Band 3, Seite(n) 191-192.
 

Biographie

Franz-Xaver Markmiller wurde am 19. Oktober 1800 in Höchstädt an der Donau als Sohn wohl-habender Kaufmanns-eheleute – des Eisenhänd-lers, Ratsherrn und Spital-pflegers Ulrich M. und dessen zweiter Ehefrau Antonia Feirle – geboren. Nachdem er das Gymna-sium in Dillingen 1820 mit dem Abitur verlassen hatte, studierte er an der dor-tigen Hochschule sowie an der Universität Landshut Philosophie und Theologie und wurde am 1. Mai 1824 durch den Bischof Freiherrn von Fraunberg im Augsburger Dom zum Priester geweiht. Nach seiner Zeit als Kaplan in Gundelfingen wirkte er seit dem 27. Juni 1827 als Pfarrer in Bachhagel; am 18. Juni 1834 erhielt er die Pfarrei Staudheim. Dabei trug er sich schon einige Zeit mit dem Gedanken, in den einst von Johannes von Gott (1495-1550)? gegründeten Orden der Barmherzi-gen Brüder einzutreten. Im Jahre 1839 war es so-weit; Franz-Xaver Markmiller trat in Neuburg ins Kloster ein und erhielt bei seiner Einkleidung den Ordensnamen Pater Magnobonus; am 12. April 1841 legte er die heiligen Gelübde (Profess) ab. „Da es dem Kloster an einem Chirurgen mangelte“, besuch-te Magnobonus anschließend die Baderschule in Landshut, die er mit der Note „vorzüglich“ absol-vierte. Danach wurde er ein bewundernswerter No-vizenmeister, der dreißig Jahre lang, sogar noch als hochbetagter Exprovinzial, seine jungen Mitbrüder in der Chirurgie unterrichtete. Hierzu hatte er 1843 eine Pflegerschule eingerichtet. In der Klosterbibliothek gab es eine Reihe von medi-zinischen und chirurgischen Werken aus drei Jahr-hunderten, ebenso wie mehrere Schädel, die im Unterricht zum Einsatz kamen. Während ein Arzt die Lehre von den Krankheiten und die üblichen Heilmittel übernahm, unterrichtete Pater Magnobo-nus die Anatomie des menschlichen Körpers und die Tätigkeit seiner Organe. 1845 schaffte er das von Dr. C. J. Haus, Königlich bayerischer Regierungs-Medizinalrat, vorgelegte „Lehr- und Handbuch für Bader“ (Augsburg 1845) an, weil sieben von elf Kapiteln für den Unterricht in Krankenpflege gut verwendbar waren und es außerdem ein Kapitel „Vom Krankenwärterdienst“ enthielt. Markmillers erste Großtat war die Gründung des Straubinger Krankenhauses im Jahre 1843. Zuerst benützte er dazu das alte Schulhaus Sankt Peter. Aber schon 1844 erwarb er dann das säkularisierte Franziskanerkloster und machte daraus ein muster-gültiges Krankenhaus, das er von 1844 bis 1850 als Prior leitete. Im Jahre 1851 gestaltete er das Werk seines Lebens schlechthin, die Wiedergründung der Ordensprovinz der Barmherzigen Brüder in Bayern. Zu diesem Zweck war er nach Rom gereist und stellte die Verbindung mit der Generalkurie wieder her, die seit der Säkularisation unterbrochen war. Bei dieser Gelegenheit wurde er am 3. August 1851 zum Vikar der neugegründeten Provinz bestimmt und in dieser Eigenschaft 1853 beim Kapitel im Regensburger Bischofspalais erneut gewählt. 1856 wurde ihm dann die Würde eines wirklichen Pro-vinzials zuteil. Trotz der Fülle der damit verbun-denen Aufgaben hielt er auch weiterhin Unterricht an der Pflegerschule, die 1881 ins Krankenhaus Straubing verlegt wurde. Während seiner Amtszeit gründete oder übernahm Magnobonos Markmiller eine Reihe karitativer An-stalten: 1853 gründete er das Kloster und Priester-hospital zum heiligen Augustin in Neuburg, 1854 übernahm er die Krankenpflege im Zuchthaus Kais-keim, 1860 gründete er die Pflegeanstalt in Schweinspoint, 1863 übernahm er ein Erziehungs-heime in Algasing und in Heiligbrunn, 1866 in Burglengenfeld die Rettungsanstalt zum heiligen Erzengel Rafael und das Krankenhaus zum heiligen Vitus. In fortgeschrittenem Alter, im Jahre 1871, wurde er durch den neuen Provinzial Carl Herrling (1827-1887) abgelöst. Als Prior des Priesterhospitals Neu-burg Sankt Augustin genoss Magnobonus Markmil-ler seither einen ruhigen Lebensabend, bis er am 30. Juni 1879 dort starb. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Klostergruft unter der Kirche von Sankt Wolfgang. In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) erlebte die Bayerische Provinz unter Frater Eustachius Josef Kugler (1867-1946)? einen großen Aufschwung. Heute gehören zur Ordens-provinz, in der etwa 50 Ordensbrüder mit über 3.000 weltlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versu-chen den Auftrag des heiligen Johannes von Gott umzusetzen, zwei Krankenhäuser in München und Regensburg, vier Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in Bayern (Algasing bei Dorfen, Strau-bing, Reichenbach bei Regensburg und Gremsdorf bei Erlangen) und zwei im japanischen Kobe, ein Altenheim in Neuburg an der Donau, die Kurklinik Sebastianeum in Bad Wörishofen sowie ein Kinder- und Erholungsheim in Kostenz im Bayerischen Wald. Richtungsweisende Projekte aus den letzten Jahren sind das Johannes-Hospiz für sterbenskranke Menschen in München, die ambulante medizinische Versorgung von Obdachlosen in München und ein integriertes Hospiz „Spes viva“ im Krankenhaus Regensburg.

Literatur

Heimbucher, Max: Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche. Erster Band. Vierte Auflage, Nachdruck der dritten, großenteils neubearbeiteten Auflage von 1933. Ferdinand Schöningh. Paderborn, München, Wien 1980, Seite 605. Oberneder, Marzell: Chronik der Barmherzigen Brüder in Bayern. Herausgegeben vom Provinzialat der Barmherzigen Brüder, Regensburg. Johann von Gott Verlag. Regensburg 1970. Schwab, Gregor: Die Bayerische Provinz der Barmherzigen Brüder zum 60jährigen Bestande 1851-1911. Cl. Attenhofer´sche Buch- und Kunstdruckerei. Straubing 1910. Schwab, Gregor: Die Bayerische Provinz der Barmherzigen Brüder mit kurzen Lebensgeschichten und kleinen Notizen von heiligmäßigen und frommen Brüdern zum 300jährigen Jubiläum der Seligsprechung des Stifters des Hospitalordens des Heiligen Johannes von Gott, Patrons aller Kranken und Hospitäler, sowie zum 100jährigen Gedächtnisse der Wiedererrichtung dieses Ordens in Bayern. Im Auftrag der Obern. Gebrüder Geiselberger. Neuburg a. D. 1930. Strohmayer, Hermenegild: Krankenpflegeschulen im Hospitalorden des hl. Johannes von Gott. Johann von Gott Verlag. München 1988. www.barmherzige-regensburg.de/ie/orden/geschichte.htm. Bildquelle: Strohmayer, Hermenegild: A.a.O., Seite 98.

MARKMILLER, Franz-Xaver

Version vom: 
2004-01-20

Zitation

H. Kolling. (Hrsg.): 

Kolling, H., Beitrag von H. Kolling, in: Biographisches Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in Nursing history. Band 3. hpsmedia, 2004. S. 191-192

Onlinezitation

 
Permalink:
www.hpsmedia.info/
care/whowaswhodetail.php?id=662

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